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Klimakleber: Definition, Hintergründe und aktuelle Lage

Freddie James Thompson Bennett • 2026-10-10 • Gepruft von Elias Hoffmann

Wer in den vergangenen zwei Jahren durch deutsche Städte fuhr, stieß hin und wieder auf eine ungewöhnliche Szene: Menschen, die sich auf dem Asphalt festklebten, um gegen die Klimapolitik zu protestieren – doch seit Anfang 2024 ist diese Taktik Geschichte. Die „Letzte Generation“ hat ihre Straßenblockaden beendet und setzt nun auf neue Protestformen.

Definition: Mediale Bezeichnung für Klima-Aktivisten, die sich auf Straßen oder in öffentlichen Gebäuden festkleben ·
Hauptorganisation: Letzte Generation ·
Ende der Straßenblockaden: Januar 2024 ·
Neue Protestform: ab März 2024

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Die Letzte Generation erlangte Bekanntheit durch Straßenblockaden mit festgeklebten Aktivisten (taz).
  • Am 29. Januar 2024 kündigte die Gruppe an, diese Taktik zu beenden. (taz)
  • Im März und April 2024 folgten größere Versammlungen in mehreren Städten (Deutsche Welle).
2Was unklar ist
  • Die genauen Geldgeber der Letzten Generation sind nicht öffentlich bekannt.
  • Ein festes Gehalt für Aktivisten ist nicht dokumentiert.
  • Informationen zu Strafverfahren gegen Klimakleber liegen nicht vor.
3Zeitleisten-Signal
  • 29. Januar 2024: Ankündigung des Strategiewechsels. (Wikipedia)
  • 16. März 2024: Zeitgleiche Aktionen in zehn deutschen Städten. (Wikipedia)
  • 20. April 2024: Weitere koordinierte Versammlungen (Wikipedia).
4Wie es weitergeht
  • Größere, ungehorsame Versammlungen ersetzen die Kleingruppen-Taktik (taz).
  • Direkte Konfrontation politischer Verantwortlicher ist geplant. (taz)
  • Aktionen an Orten fossiler Infrastruktur wie Pipelines werden angekündigt. (taz)

Die fünf Fakten in der Tabelle zeigen die wichtigsten Eckdaten der Bewegung auf einen Blick – von der Protestmethode bis zur aktuellen Entwicklung.

Merkmal Wert
Akteur Letzte Generation
Protestmethode Festkleben und Blockaden auf Straßen und in Gebäuden
Mediale Rezeption Kontrovers, intensive Berichterstattung
Letzte große Änderung Januar 2024: Ende der Straßenblockaden
Neueste Entwicklung Ab März 2024: Größere Versammlungen, direkte Konfrontation

Was ist ein Klimakleber?

Der Begriff „Klimakleber“ ist eine mediale Bezeichnung für Aktivistinnen und Aktivisten der „Letzten Generation“, die sich auf öffentlichen Straßen oder in Gebäuden festkleben, um Aufmerksamkeit für die Klimakrise zu erzeugen. Die Protestform wurde vor allem durch die Berichterstattung großer Nachrichtenmedien geprägt und löste eine kontroverse gesellschaftliche Debatte aus. Die Taktik des Festklebens war dabei das markanteste Stilmittel der Bewegung in den Jahren 2022 und 2023.

Einordnung: Der Begriff „Klimakleber“ ist keine Selbstbezeichnung der Aktivisten, sondern ein medial geprägtes Label – die Bewegung selbst spricht von „zivilem Widerstand“ gegen die Klimapolitik.

Wer gehört zur Letzten Generation?

  • Die Letzte Generation ist ein loses Netzwerk von Klimaaktivisten, das sich selbst als „zivilen Widerstand“ versteht.
  • Die Gruppe trat erstmals am 24. Januar 2022 mit Straßenblockaden in Erscheinung.
  • Sie besteht aus hunderten von Freiwilligen, die sich für schärfere Klimaschutzmaßnahmen einsetzen.

„Die Letzte Generation erlangte insbesondere durch Straßenblockaden mit festgeklebten Aktivisten und Farbaktionen öffentliche Aufmerksamkeit.“

— taz (Strategiewechsel Januar 2024)

Die Bewegung hat keine feste Mitgliederstruktur, sondern organisiert sich dezentral. Unterstützer kommen aus allen Altersgruppen, viele sind Studierende oder Berufstätige, die sich in ihrer Freizeit engagieren. Das impliziert: Der Erfolg der Proteste hängt weniger von einer Organisationsstruktur ab als von der Bereitschaft zur Teilnahme.

Wer bezahlt die Klimakleber?

Über die Finanzierung der Letzten Generation ist in den öffentlich zugänglichen Quellen wenig bekannt. Die Gruppe selbst nennt keine konkreten Geldgeber, und es liegen keine behördlichen oder journalistischen Recherchen vor, die die Finanzstruktur transparent gemacht hätten. Das Fehlen offizieller Angaben macht die Frage nach den Geldquellen zu einem der größten ungeklärten Punkte der Bewegung.

Wie viel verdient man als Klimakleber?

Ein festes Gehalt für Aktivisten der Letzten Generation ist nicht dokumentiert. In den verfügbaren Quellen wird weder eine Vergütung noch ein Einkommensmodell erwähnt. Die meisten Aktivisten scheinen ehrenamtlich zu arbeiten – gesicherte Informationen liegen dazu jedoch nicht vor.

Fazit: Die Finanzierung der Klimakleber bleibt intransparent. Für potenzielle Spender ist klar: Ohne öffentliche Rechenschaft ist unklar, wohin die Gelder fließen. Die Bewegung selbst müsste Transparenz schaffen, um Vertrauen bei der Bevölkerung aufzubauen.

Die Konsequenz: Solange keine offenen Bücher geführt werden, bleibt die Glaubwürdigkeit der Bewegung in Finanzfragen angreifbar.

Werden Klimakleber bestraft?

In den bereitgestellten Quellen werden keine konkreten Strafverfahren oder Urteile gegen Klimakleber genannt. Es gibt Berichte über polizeiliche Maßnahmen – wie etwa die Beendigung von Übernachtungsaktionen auf Rügen –, aber keine Angaben zu Gerichtsentscheidungen. Die rechtlichen Konsequenzen einzelner Aktionen sind daher nicht Teil der öffentlichen Berichterstattung.

Rechtliche Einordnung: Dass keine Urteile dokumentiert sind, bedeutet nicht, dass keine Verfahren existieren – es kann auch bedeuten, dass viele Verfahren noch laufen oder nicht öffentlich gemacht wurden.

Das Fehlen eindeutiger Strafinformationen könnte darauf hindeuten, dass viele Verfahren noch laufen oder nicht an die Öffentlichkeit gelangt sind. Die Unsicherheit bleibt bestehen.

Sind Klimakleber noch aktiv?

Ja, die Letzte Generation ist weiterhin aktiv – aber mit einer veränderten Strategie. Nachdem die Gruppe am 29. Januar 2024 die Straßenblockaden mit Festkleben für beendet erklärt hatte, begann eine neue Phase des Protests. Ab März 2024 setzte die Bewegung auf größere „ungehorsame Versammlungen“ statt auf Kleingruppen-Aktionen.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Ereignisse im Zuge des Strategiewechsels zusammen:

Datum Ereignis Quelle
29. Januar 2024 Ankündigung des Endes der Straßenblockaden taz
16. März 2024 Zeitgleiche Aktionen in zehn deutschen Städten, teils mit Straßenblockaden Deutsche Welle
20. April 2024 Weitere koordinierte Versammlungen in mehreren Städten Wikipedia

Warum hört man nichts mehr von den Klimaklebern?

Die mediale Aufmerksamkeit hat nachgelassen, weil die spektakulären Klebeaktionen ausblieben. Stattdessen rückten größere, aber weniger auffällige Versammlungen in den Fokus. Viele Nachrichtenredaktionen berichteten seltener über die Bewegung, da der Nachrichtenwert der neuen Protestform geringer eingeschätzt wurde. Die Gruppe selbst versucht, durch neue Aktionsformen – wie die geplante direkte Konfrontation von Politikern – wieder mehr Aufmerksamkeit zu erlangen.

Was machen die Klimakleber heute?

Die Aktivisten konzentrieren sich auf größere Versammlungen, die mehrere hundert Teilnehmer mobilisieren sollen. Zudem planen sie Aktionen an Orten fossiler Infrastruktur wie Öl-Pipelines und Flughäfen. Ein weiterer neuer Ansatz ist die öffentliche Aufforderung an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, sich zu Klimazerstörung und notwendigen politischen Kursänderungen zu äußern.

Wo sind die ganzen Klimakleber hin?

Die Mitglieder sind nicht verschwunden, sondern haben ihre Taktik geändert. Statt in Kleingruppen auf Straßen zu kleben, organisieren sie sich nun in größeren, dezentralen Protesten. Die Bewegung existiert weiter, tritt aber in einer anderen Form öffentlich in Erscheinung. Die letzte große, medial beachtete Aktion war der 16. März 2024 mit Aktionen in zehn Städten.

Bestätigte Fakten und Unklarheiten

Bestätigte Fakten

  • Die Letzte Generation beendete Straßenblockaden am 29. Januar 2024 (taz).
  • Im März und April 2024 fanden neue Versammlungen statt (Deutsche Welle, Wikipedia).
  • Der Begriff Klimakleber wird in den Medien verwendet.

Was unklar ist

  • Finanzierung und Geldgeber der Bewegung.
  • Einkommen der Aktivisten.
  • Konkrete Strafen oder Gerichtsurteile.

Die Diskrepanz zwischen medialem Echo und tatsächlicher Aktivität zeigt: Die Bewegung existiert weiter, aber ihr öffentliches Profil hat sich mit dem Taktikwechsel grundlegend verändert.

Was kostet uns die Klimakrise?

Die wirtschaftlichen Kosten der Klimakrise werden von Wissenschaftlern und Institutionen weltweit untersucht, doch konkrete Zahlen für Deutschland finden sich in den vorliegenden Quellen nicht. Die Letzte Generation argumentiert, dass die Kosten ungebremster Erderwärmung die Kosten von Klimaschutzmaßnahmen bei weitem übersteigen. Eine unabhängige Bezifferung fehlt jedoch.

Was ist aus Greta geworden?

Greta Thunberg ist weiterhin als Klimaaktivistin international aktiv, gehört aber nicht zur Letzten Generation. Sie initiierte die Schulstreiks „Fridays for Future“ und bleibt eine prominente Stimme der Klimabewegung. Ein direkter Zusammenhang zu den Klimaklebern besteht nicht.

Hat sich das Klima schon immer gewandelt?

Ja, das Erdklima hat sich im Laufe der Erdgeschichte immer wieder verändert – durch natürliche Faktoren wie Vulkanausbrüche oder Änderungen der Sonneneinstrahlung. Der aktuelle Klimawandel unterscheidet sich jedoch durch seine Geschwindigkeit und die menschengemachte Ursache (Treibhausgasemissionen). Dieser Punkt wird von Klimaforschern einhellig betont, auch wenn er in öffentlichen Debatten manchmal bestritten wird.

„Ab März 2024 wollte die Letzte Generation zu größeren ungehorsamen Versammlungen im ganzen Land aufrufen.“

— taz (Strategiewechsel Januar 2024)

„Bei den Aktionen am 16. März 2024 wurden Straßen weiterhin zeitweise blockiert, obwohl die Aktivisten nicht mehr primär auf dem Asphalt festklebten.“

— Deutsche Welle (Bericht vom 16. März 2024)

„Die Letzte Generation kündigte an, politische Verantwortliche verstärkt direkt und vor laufenden Kameras zu konfrontieren.“

— taz (Klimaprotest in Deutschland)

Der Strategiewechsel der Letzten Generation ist kein Ende, sondern eine Neuausrichtung. Für die Bewegung selbst steht viel auf dem Spiel: Verliert sie die öffentliche Aufmerksamkeit, schwindet ihr Druckmittel auf die Politik. Gelingt es ihr nicht, mit den neuen Protestformen ähnliche Resonanz zu erzeugen wie mit den Klebeaktionen, droht die Bewegung in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Für die deutsche Öffentlichkeit bleibt die Frage: Wie viel Protest ist nötig, um politisches Handeln zu erzwingen – und welche Formen sind gesellschaftlich akzeptabel?

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Häufig gestellte Fragen

Welche Kritik gibt es an den Klimaklebern?

Kritiker werfen den Aktivisten vor, mit ihren Blockaden den öffentlichen Verkehr zu behindern und Einsatzkräfte zu binden. Zudem wird die fehlende demokratische Legitimation der Aktionen bemängelt. Befürworter sehen darin legitimen zivilen Ungehorsam angesichts der Dringlichkeit der Klimakrise.

Wie verhalten sich die Klimakleber bei Festnahmen?

Nach Berichten verhalten sich die meisten Aktivisten passiv und kooperativ bei Polizeimaßnahmen. Sie lassen sich widerstandslos wegtragen, um Eskalation zu vermeiden. Details aus konkreten Verfahren sind jedoch nicht öffentlich dokumentiert.

Sind Klimakleber gewalttätig?

Die Letzte Generation betont stets den gewaltfreien Charakter ihrer Aktionen. Es gibt keine Berichte über physische Gewalt gegen Personen. Allerdings werden Sachbeschädigungen (z. B. Farbattacken) als ziviler Ungehorsam eingeordnet.

Wie lange dauern die Blockaden?

Die Klebeaktionen dauerten meist wenige Stunden, bis die Polizei die Aktivisten löste. Die Blockaden im Straßenverkehr führten häufig zu Staus und Behinderungen. Bei den neuen Versammlungen sind die Zeiträume flexibler.

Unterstützen Prominente die Klimakleber?

Einige prominente Personen, darunter Wissenschaftler, Künstler und Politiker, haben die Anliegen der Letzten Generation öffentlich unterstützt. Die genaue Liste ist jedoch nicht Teil der öffentlichen Berichterstattung in den vorliegenden Quellen.

Die Antworten auf diese Fragen zeigen: Die Debatte um die Klimakleber ist weniger von Fakten über die Gruppe selbst geprägt als von grundsätzlichen Positionen zum Klimaprotest und seinen gesellschaftlichen Grenzen.



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