
myWorld Austria GmbH: Insolvenz, Hintergründe und Folgen
Wenn ein Unternehmen, das jahrelang mit Cashback und Shopping-Vorteilen warb, plötzlich die Reißleine zieht, bleiben viele Fragen offen. Genau das ist nun der myWorld Austria GmbH passiert – mit rund 655.000 registrierten Shoppern und über 2.250 Händlern, die direkt betroffen sind. Wer jetzt seine Ansprüche sichern möchte, für den zählt jeder Tag.
Betroffene Händler: 2.254 ·
Betroffene Shopper: 655.000 ·
Mitarbeiter weltweit: rund 800 ·
Insolvenzdatum: 07.08.2025 ·
Nachfolger von: Lyoness
Kurzüberblick
- Insolvenz am 07.08.2025 eröffnet (Creditreform Österreich (Gläubigerschutzverband))
- 2.254 Händler und 655.000 Shopper betroffen (AKV Europa (Insolvenzverwaltung))
- Gründer: Hubert Freidl (Creditreform Österreich (Gläubigerschutzverband))
- Ob Kunden ihr Cashback-Guthaben zurückerhalten
- Ob die myWorld International AG ebenfalls insolvent wird
- Genauer Zeitplan des Insolvenzverfahrens
- 04.08.2025: Insolvenz der Mutter myWorld International AG (AKV Europa) (AKV Europa (Insolvenzdatei))
- 07.08.2025: Insolvenz myWorld Austria GmbH (AKV Europa (Insolvenzdatei))
- 25.09.2025: Anmeldefrist für Forderungen (AKV Europa (Insolvenzdatei))
- Prüfungstagsatzung am 09.10.2025 (AKV Europa)
- Händler müssen Forderungen bis 25.09.2025 anmelden
- Geschäftsbetrieb wurde eingestellt
Sieben Kernfakten auf einen Blick – die wichtigsten Daten zur myWorld Austria GmbH und ihrem Insolvenzverfahren.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Unternehmensname | myWorld Austria GmbH |
| Standort | Graz, Österreich |
| Gründer | Hubert Freidl |
| Mitarbeiter weltweit | ca. 800 |
| Betroffene Händler | 2.254 |
| Betroffene Shopper | 655.000 |
| Insolvenzverfahren eröffnet | 07.08.2025 |
Was ist myWorld Austria?
Was ist myWorld Austria GmbH?
- Die myWorld Austria GmbH ist der österreichische Anbieter des myWorld Benefit Program, einer Shopping-Community mit Cashback-Funktion (AKV Europa (Insolvenzverwaltung)).
- Das Unternehmen trat als Nachfolger des umstrittenen Lyoness-Systems an und betrieb ein Bonusprogramm, bei dem Shopper bei teilnehmenden Händlern Punkte sammeln konnten.
- Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in der Grazbachgasse 87-91, 8010 Graz (AKV Europa (Insolvenzdatei)).
myWorld Austria war keine eigenständige Plattform, sondern die österreichische Tochter der myWorld International AG – und der operative Arm des Cashback-Programms im Inland. Mit der Insolvenz fällt nicht nur ein Unternehmen, sondern ein ganzes Ökosystem für tausende kleine Händler weg.
Die Firmenbuchnummer lautet FN 237235a, als Geschäftsführer wird Martin Pammer geführt (AKV Europa (Insolvenzdatei)). Gesellschafter ist die myWorld International AG (AKV Europa (Insolvenzdatei)).
Anders als oft angenommen, betrieb die myWorld Austria GmbH kein globales Geschäft, sondern agierte als lokale Drehscheibe für den österreichischen Markt. Die Insolvenz trifft daher vor allem kleinere und mittlere Händler im Inland, die auf die Vermittlung von Neukunden durch das Bonusprogramm angewiesen waren.
Die myWorld Austria GmbH war keine eigenständige Plattform, sondern die österreichische Tochter der myWorld International AG – und der operative Arm des Cashback-Programms im Inland. Mit der Insolvenz fällt nicht nur ein Unternehmen, sondern ein ganzes Ökosystem für tausende kleine Händler weg.
Was ist mit myWorld passiert?
Insolvenzverfahren eröffnet
- Am 07.08.2025 meldete die myWorld Austria GmbH beim Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz ein Konkursverfahren an (AKV Europa (Insolvenzverwaltung)).
- Das Gericht eröffnete das Verfahren noch am selben Tag (Creditreform Österreich (Gläubigerschutzverband)).
- Bereits drei Tage zuvor, am 04.08.2025, hatte die Muttergesellschaft myWorld International AG Insolvenz angemeldet (AKV Europa (Insolvenzverwaltung)).
Wie viele Händler und Shopper betroffen
- Nach eigenen Angaben des Unternehmens waren 2.254 lokale klein- und mittelständische Unternehmen als Händler gelistet (AKV Europa (Insolvenzverwaltung)).
- 655.000 Shopper waren registriert (AKV Europa (Insolvenzverwaltung)).
- Der Geschäftsbetrieb der myWorld Austria GmbH wurde mit der Insolvenzeröffnung eingestellt.
Für die 2.254 Händler bedeutet die Insolvenz nicht nur den Wegfall eines Vertriebskanals, sondern sie werden nun zu Gläubigern in einem Verfahren, bei dem laut Eurofound (EU-Agentur für Arbeitsbedingungen) Verbindlichkeiten von 22,73 Millionen Euro Vermögenswerten von nur 15,07 Millionen Euro gegenüberstehen (Eurofound (EU-Agentur)).
Zusätzlich sind umstrittene Steuerschulden von 56,3 Millionen Euro dokumentiert, was die potenzielle Insolvenzauswirkung auf bis zu 64 Millionen Euro treibt (Eurofound (EU-Agentur)). Allein ausstehende Gutscheine für Hunderte Kunden belaufen sich auf rund 5 Millionen Euro (Eurofound (EU-Agentur)).
Während die Mutter myWorld International AG mit 2.049 Gläubigern und 116 Mitarbeitern am Grazer Hauptsitz kämpft (t-online (Nachrichtenportal)), ist die österreichische Tochter mit einem noch größeren Netz an lokalen Handelspartnern konfrontiert. Die Gläubigerzahl dürfte hier deutlich höher ausfallen.
Wer ist der Eigentümer von myWorld?
Hubert Freidl als Gründer
- Hubert Freidl ist der Gründer sowohl von myWorld als auch des Vorgängersystems Lyoness (Eurofound (EU-Agentur)).
- Die Eurofound-Factsheet beschreibt myWorld International als österreichischen Rechtsnachfolger von Lyoness (Eurofound (EU-Agentur)).
- Die Eigentümerstruktur der myWorld-Gruppe gilt nicht als vollständig transparent.
Lyoness-Hintergrund
- Lyoness war ein umstrittenes Einkaufs- und Cashback-System, das MyWorld nachfolgte.
- Die myWorld International AG fungiert als Holding und betreibt über Tochtergesellschaften eine globale Shopping-Plattform (Eurofound (EU-Agentur)).
- Die Insolvenz der österreichischen Tochter ist die zweite große Pleite innerhalb der Gruppe innerhalb weniger Tage.
Für ehemalige Lyoness-Mitglieder, die bereits damals auf ausstehenden Zahlungen sitzen blieben, wiederholt sich nun ein bekanntes Muster: Die Nachfolgestruktur myWorld ist ebenfalls gekippt, und die Frage nach der Haftung der Muttergesellschaft myWorld International AG wird immer drängender.
Das Muster: Mit der Insolvenz der myWorld Austria GmbH zeigt sich, dass der Neustart unter dem Namen myWorld die strukturellen Probleme des Vorgängersystems nicht lösen konnte. Die Verbindlichkeiten der Gruppe sind massiv, und die Transparenz über die tatsächliche Eigentümerstruktur bleibt lückenhaft.
Wie viele Mitarbeiter hat myWorld?
Mitarbeiterzahl weltweit
- Nach Angaben aus dem Insolvenzverfahren beschäftigt die myWorld-Gruppe rund 800 Mitarbeiter weltweit.
- Die myWorld International AG meldete für ihren Grazer Hauptsitz 116 Mitarbeiter (t-online (Nachrichtenportal)).
- Für die myWorld Austria GmbH selbst liegen keine separaten Mitarbeiterzahlen vor.
Mitarbeiter in Österreich
- Die Eurofound dokumentiert eine angekündigte Reduktion der 116-köpfigen Belegschaft am Grazer Hauptsitz (Eurofound (EU-Agentur)).
- Die österreichische Tochter myWorld Austria GmbH war operativ in Graz ansässig.
Das Paradox: Während die Gruppe international mit rund 800 Mitarbeitern auftritt, sind die tatsächlichen Beschäftigtenzahlen in Österreich vergleichsweise klein. Die Insolvenz trifft damit nicht Tausende Arbeitsplätze auf einmal, sondern zieht sich durch ein komplexes Netz aus Tochtergesellschaften – was die Durchsetzung von Arbeitnehmeransprüchen erschwert.
Zeitleiste der Ereignisse
- 04.08.2025: Insolvenz der myWorld International AG (AKV Europa (Insolvenzverwaltung))
- 07.08.2025: Insolvenz der myWorld Austria GmbH (Creditreform Österreich (Gläubigerschutzverband))
- 25.09.2025: Anmeldefrist für Forderungen bei myWorld Austria GmbH (AKV Europa (Insolvenzdatei))
- 09.10.2025: Berichtstagsatzung und Prüfungstagsatzung (AKV Europa (Insolvenzdatei))
Der Rhythmus: Zwischen der Mutter- und der Tochter-Insolvenz liegen nur drei Tage – ein Hinweis darauf, dass die Zahlungsunfähigkeit der Gruppe kein plötzlicher Schock, sondern ein absehbarer Kollaps war. Für Gläubiger zählt nun jeder Tag bis zum 25. September 2025.
Bestätigte Fakten und offene Fragen
Bestätigte Fakten
- Insolvenz der myWorld Austria GmbH am 07.08.2025 (Creditreform Österreich)
- 2.254 betroffene Händler (AKV Europa)
- 655.000 betroffene Shopper (AKV Europa)
- Gründer: Hubert Freidl (Eurofound)
- Sitz: Grazbachgasse 87-91, 8010 Graz (AKV Europa)
- Gesellschafter: myWorld International AG (AKV Europa)
Was unklar bleibt
- Ob Kunden ihr Cashback-Guthaben oder ausstehende Gutscheinwerte zurückerhalten
- Ob die myWorld International AG als Gesellschafterin ebenfalls in die Insolvenz gezogen wird
- Der genaue Zeitplan des Insolvenzverfahrens über die bekannten Fristen hinaus
- Ob weitere Tochtergesellschaften in anderen Ländern folgen werden
- Rund 800 Mitarbeiter weltweit – die genaue Zahl für die myWorld Austria GmbH ist nicht bekannt
- Ob die Verbindlichkeiten von 22,73 Millionen Euro sich auf myWorld Austria oder die Mutter beziehen
- Ob die 5 Millionen Euro Gutscheinverbindlichkeiten die österreichische Tochter betreffen
„Die myWorld Austria GmbH hat beim Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz ein Konkursverfahren beantragt. 2.254 lokale klein- und mittelständische Unternehmen waren als Händler gelistet, 655.000 Shopper waren registriert.”
– AKV Europa (Insolvenzverwaltung), Pressemitteilung vom 07.08.2025 (Quelle)
„Die Insolvenz der myWorld International AG betraf 2.049 Gläubiger und 116 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 22,73 Millionen Euro bei Vermögenswerten von 15,07 Millionen Euro.”
– Eurofound (EU-Agentur für Arbeitsbedingungen), Restructuring Factsheet (Quelle)
Für die 655.000 Shopper und 2.254 Händler in Österreich ist die Lage ernüchternd: Die Frist zur Anmeldung von Forderungen endet am 25. September 2025, und die Wahrscheinlichkeit auf eine vollständige Rückzahlung ist angesichts der Verbindlichkeiten von 22,73 Millionen Euro gegenüber 15,07 Millionen Euro an Vermögenswerten gering. Für Händler, die auf myWorld als Vertriebskanal gesetzt haben, bleibt nur die schnelle Forderungsanmeldung – oder die Suche nach Alternativen.
apps.eurofound.europa.eu, t-online.de, meinbezirk.at, heute.at, wirtschaft.at, kleinezeitung.at, facebook.com
Häufig gestellte Fragen
Was passiert mit meinem Cashback-Guthaben?
Ob und in welcher Höhe Shopper ihr Cashback-Guthaben zurückerhalten, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Die Insolvenzmasse wird vorrangig zur Deckung der Verfahrenskosten und zur Befriedigung gesicherter Gläubiger verwendet. Die Anmeldefrist für Forderungen endet am 25.09.2025 (AKV Europa).
Kann ich mich noch bei myWorld anmelden?
Der Geschäftsbetrieb der myWorld Austria GmbH wurde mit der Insolvenzeröffnung am 07.08.2025 eingestellt. Eine Anmeldung oder Nutzung der Plattform ist nicht mehr möglich.
Wie melde ich meine Forderungen als Händler an?
Händler müssen ihre Forderungen bis zum 25.09.2025 beim Insolvenzverwalter anmelden. Die Kontaktdaten und das Formular sind über die AKV Europa (Insolvenzdatei) verfügbar.
Ist myWorld sicher?
Die myWorld Austria GmbH hat am 07.08.2025 Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen ist zahlungsunfähig. Für zukünftige Zahlungen und Rückzahlungen besteht keine Sicherheit. Die myWorld International AG als Gesellschafterin hat ebenfalls Insolvenz angemeldet (AKV Europa).
Was ist der Unterschied zwischen myWorld Austria und myWorld International?
Die myWorld International AG ist die Muttergesellschaft und Holding der Gruppe. Die myWorld Austria GmbH war die österreichische Tochtergesellschaft, die das Cashback-Programm und die Händlerbeziehungen im Inland betrieb. Beide haben im August 2025 Insolvenz angemeldet.
Gibt es Alternativen zu myWorld?
Es gibt verschiedene Cashback- und Shopping-Community-Plattformen auf dem Markt. Händler und Shopper sollten jedoch die Seriosität und die finanzielle Stabilität jedes Anbieters prüfen, bevor sie sich binden. Die Erfahrungen mit myWorld und Lyoness zeigen, dass solche Modelle nicht ohne Risiko sind. Ein Vergleich wie der Hokify-Test hilft bei der Bewertung von Dienstleistungsplattformen.
Wer ist Hubert Freidl?
Hubert Freidl ist der Gründer von myWorld und des Vorgängersystems Lyoness. Er gilt als der zentrale Unternehmer hinter der Cashback-Plattform (Eurofound).
Was bedeutet die Insolvenz für Gutscheinbesitzer?
Laut Eurofound bestehen rund 5 Millionen Euro an Verbindlichkeiten aus ausstehenden Gutscheinen. Gutscheinbesitzer müssen ihre Forderungen ebenfalls bis zum 25.09.2025 anmelden. Eine vollständige Rückzahlung ist unwahrscheinlich (Eurofound).